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Aufbruch in ein neues Jahrtausend

oder
Ein radikaler Schnitt nach 74 Jahren

Zum 1.1. 2000 beginnt für die gesamte Menschheit eine neue Zeitrechnung, die 9 in den Jahreszahlen wird nach 100 Jahren durch eine 0 ersetzt und die eins nach 1000 Jahren durch eine zwei.
Doch für die Ruderabteilung der TPSK findet ein weiterer radikaler Einschnitt in die alten Gewohnheiten statt.
Das geliebte Bootshaus ist für den Verein leider nicht mehr tragbar und so müssen wir unser traditionelles Ruderrevier in Rodenkirchen verlassen und uns im nächsten Jahr auf der "Schäl Sick" zur Ausübung unseres Sports und unseres Vereinslebens treffen.
Das Bootshaus gehörte seit den 30er Jahren zum Rheinpanorama des Kölner Südens. Bis zum Krieg lag es unterhalb der Rodenkirchener Brücke, und seit der Rückkehr aus dem Schutzhafen in Bad Honnef, in den es aus Angst vor Zerstörung bei den Luftangriffen auf Köln geschleppt worden war, lag es an jenem Platz am Rodenkirchener Leinpfad den wir alle geschätzt und gemocht haben. In den schweren Jahren während und unmittelbar nach dem Krieg diente es nicht nur als Sportstätte, sondern vor allem als Treffpunkt für die jungen, meist weiblichen, Mitglieder, um dem Leid des Krieges zu entkommen und den "politischen Jungendverbänden" zu entsagen.
In den 50er und 60er Jahren entwickelte sich das Vereinsleben auf dem Bootshaus neben der Ausübung des Sports. Rudern im PSK wurde Teil des Familienlebens, nicht nur von meiner Familie. Die Mitgliederzahlen stiegen wieder und neue Anschaffungen wie VW-Bus und Boots(an)hänger eröffneten ganz neue Möglichkeiten für Wanderfahrten. So sind die Bugspitzen der TPSK-Boote in die Gewässer der meisten deutschen und von etlichen ausländischen Flüssen und Seen getaucht und haben ihre Heckwellen dort zurückgelassen.
Rudern im PSK oder in der TPSK (Anm. Die Schwierigkeiten des Verfassers bei der korrekten Anwendung des Vereinsnamens sind zu entschuldigen, aber zurückblickend auf ein dreiviertel Jahrhundert Tradition tut ein T mehr oder weniger nichts zur Sache) war immer mehr als nur Rudern. Beim Rudern entstanden Freundschaften, die auch fernab von Rollsitz und Skull Bestand hatten und durch die Kameradschaft im Verein gestärkt wurden.
Die Feste und Feiern im Verein sollen besonders vor meiner Zeit immer berauschend und fast legendär gewesen sein, aber auch in den letzten 20 Jahren sind mir viele tolle Feste und viele schöne geselligen Abende auf dem Bootshaus oder in Langel in Erinnerung.
Diese Art von Vereinsleben gehört bei der Ruderabteilung genauso dazu, wie Ruderleistungsabzeichen und die Teilnahme an Regatten und Wanderfahrten.
Bei keinem anderen Sport könnte das Motto "WIR SITZEN ALLE IN EINEM BOOT !" passender sein als beim Rudern und unter diesem Motto sollten wir unseren Umzug nach Porz gemeinsam in Angriff nehmen. Abgesehen von einem neuen Ruderrevier für mittwochs und samstags, wird sich doch an der Kameradschaft und an der Geselligkeit der Mitglieder nichts ändern und auch sonst alles beim Alten bleiben. Es gab nun im Mai eine knappe Mehrheit für den Umzug nach Porz und ich denke die Befürworter für einen Verbleib in Rodenkirchen, zu denen ich übrigens auch zähle, sollten sich jetzt nicht wie schlechte Verlierer von einem Sport, der ihnen bisher Spaß gemacht hat, und von einem Vereinsleben, an dem sie auch gerne teilgenommen haben, verabschieden sondern weiterhin dem schönen Rudersport und damit der TPSK treu bleiben.
Es könnte mir als 20jähriger sicherlich egal sein, wieviele Alteingesessene in dem Umzug einen Bruch im Vereinsleben sehen und dies für Grund genug halten den Verein zu verlassen, aber im Sinne des Fortbestehen der Abteilung, der Erhaltung der oben erwähnten Freundschaften und der
kameradschaftlichen Fairness ist es mir ganz bestimmt nicht egal.
Man kann auch als Erwachsener noch einmal über seinen Schatten springen und getreu der rheinischen Lebensphilosophie "Et kütt, wie et kütt!" ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, um das Boot, in dem wir alle sitzen auf Kurs zu halten.
In den letzten Wochen und Monaten berichten alle Medien immer wieder vom Y2K-bug , dem Jahrtausendvirus , man hörte und las von den schrecklichsten Szenarien, von Flugzeugen die reihenweise vom Himmel fallen, vom kompletten Ausfall der Strom- und Wasserversorgung bis hin zum totalen Weltuntergang.
Man wird den 1.1.2000 abwarten müssen, um zu wissen, wie schlimm es tatsächlich werden wird. Vielleicht passiert auch gar nichts, weil die Vorbereitung gut genug war? Vielleicht machen wir uns viel zu große Sorgen um das was alles passieren könnte, dann aber gar nicht eintrifft?
Wir Ruderer der TPSK sollten auch erst einmal abwarten was der 1.1.2000 und die damit beginnende Rudersaison in Porz bringt bevor wir in Erwartung von zu viel Negativem voreilige Entscheidungen treffen.
In diesem Sinne, auf ins 21. Jahrhundert, auf nach Porz, um sich dort nochmal neu vom "Ruderbazillus" anstecken zu lassen und mit der Kilometerleistung 2000 die des Jahres 1999 zu steigern.
Ich wünsche allen Mitgliedern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Ruderjahrtausend !

Christoph Kienle

 
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Letzte Änderung: 01.03.2009