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Auf Fulda und Weser im September 99

Am 16. September war es endlich soweit: Start zu meiner ersten Rudertour auf Fulda und Weser. Obwohl ich schon ein Ruderfossil bin, habe ich es bisher noch nicht geschafft diese schönen Gewässer zu fahren, jetzt aber ging es nun wirklich los. Alle Kölner, 7 an der Zahl, wurden nacheinander aufgelesen und nachdem wir bei Annelies und Bernd allen unnötigen Kram aus dem Bus unterstellten, hatten wir und unser Gepäck auch genug Platz. Gutgelaunt ging es los und nach ca. 3 Minuten standen wir im ersten Stau; na, ja, mit Stau hatten wir schon gerechnet, aber so früh?! Aber was soll's, irgendwann kommt man doch ans Ziel, in unserem Falle war das heute Fuldatal-Simmershausen in der Nähe von Kassel. Dort warteten schon unsere 4 Hamelner KameradInnen auf uns und mit großem Hallo begrüßten sich die schon Bekannten (ein Köln/Hamelner Pärchen soll sich schon 4 !!! Tage nicht gesehen haben) und die Neulingen wurden schnell auch Bekannte. Unsere Einsatzstelle war der Ruderverein Kurhessen-Cassel, wo ein  fleißiger Maler noch den letzten Pinselstrich am umgebauten Bootshaus machte, das Ergebnis siehe unten:

Wir gaben auch gleich einen würdigen Einstand:  Bernd öffnete mit Schmackes die Heckklappe des Busses und dann, weil er um Bruchteile von Sekunden zu langsam war, tauften wir schon mal den Parkplatz mit  der ersten Flasche Wein.
Bei schönstem Wetter (was uns alle vier Tage treu blieb) und herrlich ruhigem Wasser (auch das begleitete uns überwiegend) ruderten wir in die erste Fuldaschleuse. Wir waren ganz allein in der riesigen Schiffsschleuse - auch mal schön, wenn man nicht wie auf der Lahn die Schleuse unter anderem auch  mit Wochenendpaddlern teilen muß (das sind die, die, weil sie als letzte in die Schleuse gefahren sind, als erste wieder heraus wollen)!
Ruhig zogen wir unsere Bahnen, bis eine liebliche Stimme (Loreley?) uns zum Anlegen aufforderte. Monika war's, die, umringt von Schwänen (2), an einem lauschigen Plätzchen ein Picknick vorbereitet hatte mit Brötchen, Käse, Salami, Rotwein und, nicht zu vergessen, Schlemmergürkchen.
Gestärkt ging's auf die zweite Etappe, wir hatten noch einige Schleusen - sehr interessant die Technik der vollautomatischen, auch die mit dem wasserstandsabhängigen Bedienfloß haben mir gut gefallen - bevor unser Tagesziel Hannoversch-Münden erreicht war. Mit einem kleinen Rundgang durch Dr. Eisenbarts  hübsche Stadt und einmal Spucken in die Werra endete unser erster Rudertag.
Samstag früh - wir ruderten auf Hellas ausdrücklichen Wunsch einen Damenvierer - blieb uns noch ein kleines Stück Fulda, dann die letzte Schleuse, vorbei am Weserstein (sieht man nicht besonders gut vom Wasser aus) und, schwupps, schon ließen wir uns von der Weserströmung forttragen.

Lustig war's im Boot, Hella wollte immer alles mögliche für eine Büchse Bier eintauschen, aber außer einem britischen Camper in Karlshafen zuckten nur alle mit den Schultern.
An der Promenade  dieses romantischen Örtchens hatten wir auch unser heutiges Erfolgserlebnis, wir bekamen für unseren Gesang Applaus!!! - Nur schade, daß das Männerboot meist weit vor oder hinter uns war (warum wohl?) und diesen Triumph nicht miterlebte.
Um der Mittagshitze zu entfliehen, hielten wir erst Einkehr im Kloster Bursfelde und dann in der Klostermühle, beides sehr lohnend!
Sonntag gab es für mich eine besondere Begegnung mit der deutschen Sprache: am stillgelegten Kernkraftwerk Würgassen befinden sich ca. 40 cm über der Wasseroberfläche Schilder mit dem wunderbaren Wort - Elektrofischscheuschanlage - (das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!) und ich stellte mir die Frage, sollen das die Fische lesen? - aber dann nur fliegende Fische - oder ist das für Schwimmer gedacht? - aber bis die das Wort entziffert haben könnte es schon zu spät sein.
Leider ist mir diese Frage bis heute noch nicht schlüssig beantwortet worden.
In Höxter war wieder Picknick angesagt und anschließend konnte wer wollte Kloster Corvey besichtigen, einige lustwandelten durch den schattigen Klostergarten während Hella und Norbert ihren Kulturhunger im Kloster stillten.
Heute waren sogar  einige Motorboote unterwegs und nachdem uns Monika aus Hameln beigebracht hatten, daß die Bootsführer den Motor für Ruderboote ausmachen müssen, schimpften wir lautstark mit Monika mit, wenn einer der Kapitäne meinte, das wäre nicht nötig. Monika hat so einen durchdringende Pfiff drauf, den hört man sogar beim lautesten Motor.
Der Montag bescherte uns neben kräftigem Schiebewind durch die heftigen Weserschleifen leider auch genau so kräftigen Gegenwind, aber der Schiebewind hat gewonnen und so schob er uns erst mal an den Anleger von Bodenwerder mit dem hübschen Brunnen zu Münchhausens Ehren. Ziemlich still war es zur Mittagszeit in der Fußgängerzone, aber wir haben doch noch ein Eiscafe gefunden.
Auf der letzten halben Tagesetappe passierten wir noch die Latferder Klippen, eine ganz interessante Felsformation, die dort den Ufersaum bildet und eine schnelle Strömung macht, bevor wir nach dem Kernkraftwerk Grohnde durch einen Algen- oder Sonstwas-Teppich glitten und dann langsam in den Wehrstau der ersten Weserschleuse gerieten.
Doch dann war leider auch schon das Endziel unserer 4-Tagestour erreicht: der Ruderverein Weser in Hameln.
Nach dem obligatorischen Bootsputz gab Karl bei sich zu Hause noch ein Abschiedskaffeetrinken (auch ein schönes Wort, nicht wahr?)  und wie in einem kitschigen Film fuhren wir anschließend in ein überwaltigendes Abendrot hinein in Richtung Heimat.
Das war der passende Abschluß für so eine schöne Rudertour!
 

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Letzte Änderung: 21.06.2009