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Mosel 30.09. – 03.10.2006

Autorin: Gaby Reger

1. Tag:  Bernkastel bis Reil
Samstag 7 Uhr am Bootshaus, dunkel, Boote festgezurrt und fast gleichmäßig auf 2 Busse verteilt: 18 Ruderer aus 6 verschiedenen Jahrzehnten, inkl. 2 Porzer, 1 Hamelner, 1 Godesberger und 2 Kinder (die kommen aus Porz, sind aber TPSKler). Um 10 Uhr ist es auch in Bernkastel hell und wegen Regatta wird am Hafen eingesetzt. Verstärkt um Bob Marley mit 2x Besatzung aus Honnef konnten wir bei bestem Sonnenschein die Mosel unsicher machen.

Vor uns lagen 2 Schleusen und über 30 Kilometer. Bernd nutzte die Gunst der Stunde beim Landdienst, Aufträge zum Kauf von Moselwein bei Eddi aus Zeltingen entgegen zu nehmen. Die Vorfreude auf die Mittagspause in Wolf war entsprechend groß, die Hektik auch und getreu nach dem Motto "Die Letzten werden die Ersten sein" liefen alle Boote bis auf eins (meins - zwar die ersten an der Schleuse Zeltingen, aber wir passten dann nicht mehr rein) pünktlich am örtlichen Campingplatz an. Glücklicherweise waren wir nicht ganz so weingierig und so war unsere Verspätung nicht so tragisch. Aber alle Bestellungen konnten erfüllt werden und so konnte mit Riesling an Bord die Schleuse Enkirch angesteuert werden. Ein bisschen weniger Schlendrian wäre nicht so verkehrt gewesen: Dem Himmel gefiel unser Treiben auf jeden Fall nicht und hinter der Schleuse drohten dicke Wolken, ihre Tore zu öffnen. Diesmal waren wir die ersten und wurden vom Landdienst gerade noch rechtzeitig aus dem Boot gezerrt, bevor die Sekunden zwischen Blitz und Donner kleiner waren. Nass wurden wir natürlich trotzdem und genauso wie der vereinzelt eintreffende Rest tropften wir Richtung “Likörscheune“ um dort erst mal mit einem Glas Sekt willkommen geheißen zu werden und anschließend unsere Quartiere zu beschnuppern.

Abends gab’s dann ebendort ein zünftiges Abendessen, diverse Weinsorten und einen weiteren Gast: Eine musikalische Ente gesellte sich zu uns. Da weder Herr Dr. Klöbner als auch Herr Müller-Lüdenscheidt in greifbarer Nähe waren, konnte trotz diversen Weinkonsums an diesem Abend nicht geklärt werden, ob die Ente nun mit ins Boot sollte oder draußen blieb.

2. Tag:   Reil bis Poltersdorf
Nach einem opulenten Frühstück durften wir uns wieder in die Boote begeben, der Wettergott hatte ein Einsehen, die Sonne schien, es wurden völlig neue Outfits kreiert und alle waren guter Dinge.

Doch: Ach, wieso ist die Mittagspause jetzt doch in Bullay statt in Alf gegenüber? Wer hat das entschieden? Norbert etwa eigenmächtig? Ist ihm etwa vor lauter eifriger Landdienstverrichtung der Sinn für links und rechts der Mosel abhanden gekommen? Ein Missverständnis? Es sollte doch alles schriftlich fixiert werden! Aber auch in Bullay gab’s (zwar erst nach einigem Hin und Her) etwas Warmes für den Bauch und Flüssiges für die Kehle, so dass sich die Gemüter wieder beruhigten und wir diese Pause friedlich überstehen konnten. Der Rest des Tages beglückte uns weiterhin mit Sonnenschein, atemberaubenden Ausblicken auf die steilen Weinberge und einer diesmal trockenen Ankunft in Poltersdorf. Dort sollte Weinfest sein, aber wir Großstädter hatten mal wieder die falsche (Zeit-)Vorstellung: Man lag so in den letzten Zügen bzw. klappte gerade schon die Bürgersteige hoch. Na, ja, also wieder ab nach Reil, dort gab’s dann wenigstens wieder ein Gewitter, machte uns aber bei der abermaligen Einkehr in der “Likörscheune“ nichts aus. Die 2 Herren mit der Badewanne waren immer noch nicht eingetroffen und so wurde beschlossen: Die Ente bleibt draußen!

3. Tag:  Poltersdorf bis Hatzenport
Irgendetwas mussten wir an diesem Sonntag falsch gemacht haben: Es wurde windig, aber ganz gewaltig! Und dadurch auch so fast ohne Sonne ziemlich ungemütlich. Bis hinter Fankel kurz vor Cochem hatten wir erst mal Gegenwind. Die Entschädigung gab’s dann ab Cochem: Segelnd konnten wir das “Paranoma“ bestaunen und die lange Gerade bis Treis in Angriff nehmen. Das dortige Klappfloß haben wir ausgetrickst und erst mal die Uferpromenade mit unseren Booten zugestellt. (Machte aber nichts, bei den Wetterverhältnissen lassen sich auch Touristen vom Verdauungsspaziergang abhalten;-)) Im Pavillon gab’s dann Sofa mit Fritten (und auch Kölsch von Fass, hatten wir uns verfahren?) Plötzlich wurde es ein bisschen hektisch: 6 Bonner Vieren waren uns auf den Fersen, also schnell in die Boote und die Schleuse Müden angesteuert. Bedingt durch den Wind hatten wir mittlerweile richtigen Wellengang und die Navigation vor den Schleusentoren erwies als gar nicht mehr so einfach. Vier Boote passen in die Bootsschleuse, mein “vereinsbuntes“ Boot durfte draußen bleiben. Aber man ist ja nicht blöd: Die Bonner gehen mit allen Booten in die große Schleuse, wir hinterher. Ja, und dann ist da leider bei einem Motorboot irgendetwas blöd gelaufen (technischer Defekt?), auf jeden Fall wurden mehrere Vierer einfach mit Vollgas überfahren und das Motorboot erst durch den vorne in der Schleuse liegenden Frachter gestoppt. Es ist wohl außer Material- und psychischem Schaden nichts Extremes passiert, hätte aber. Wir sind dem Chaos entflohen, schnell in die kleine Schleuse und haben uns von Acker gemacht. In Hatzenport wurden wir später noch an der Theke von einem Wasserschutz-Polizisten interviewt und konnten uns noch mal vergewissern, dass wohl alles glimpflich abgegangen ist. Gruß nach Bonn!

4. Tag
Irgendwie war die Luft ein bisschen raus, es regnete Bindfäden und wir haben aufgeladen und sind Richtung Rhein abgedampft. Dort wollten wir die Boote dann für eine Tagestour am kommenden Wochenende liegen lassen. Das Wetter war dann wieder besser, sogar die Sonne zeigte sich und so sind wir dann immerhin noch zu acht Richtung Porz gerudert (und konnten schon mal 2 Boote putzen;-))

 

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Letzte Änderung: 12.03.2009