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Vorfahrt zum WRT2008 (05.-12.09.2008)

Autorin: Gaby Reger

15 RuderInnen aus Düsseldorf, Berlin, Halle, Jena, Hannover, Nienburg, Segeberg, Erlangen, Kassel, Heilbronn und natürlich Köln, kurz ganz international, traffen sich freitags im Bootshaus Wendenschloss den PSB in Köpenick um sich unter die Fittiche von Jutta "Krümel" Ottenburger zu begeben: DRV-Vorfahrt zum Wanderrudertreffen 2008 in Berlin. Organisatorisches: Jeder bekommt einen Reisesicherungsschein (!), eine Flasche Wasser mit seinem Namen drauf und die Anweisung jeden Morgen auch für das mittägliche Picknick vorzusorgen.

Abfahrt in Köpenick


Solcherart ausgestattet ging's am Samstag los mit 3 B-Vierern samt Gepäck Richtung Königs Wusterhausen oder schlicht KW. Es folgte das übliche Eingewöhnen ins Boot "hängt nach back", "ich komme steuer gar nicht aus dem Wasser", "hier wackelt's aber ordentlich" ... Bis zur kurzen Pause in Schmöckwitz hatten sich aber die meisten eingesessen. Schnell musste es dann weitergehen, da wir für die Schleusung in KW bis 12 Uhr eine Ausnahmegenehmigung hatten: Der Brandenburg-Tag blockierte so ziemlich alle Verkehrswege, auch das Wasser. Dafür werden wir wahrscheinlich als meistfotografierte Schleusenteilnehmer in dessen Geschichte eingehen. Danach empfing uns ein Spreewaldkahn (?verfahren?) und die "grüne Hölle" des Nottekanals, in die wir nach dem angekündigten Picknick eintauchten.

auf dem Nottekanal

Nur blockiert von einer umfangreichen Schwanenfamilie ging's gradeaus und weiter gradeaus bis zur Schleuse Mittenwalde. Hier gab's dann den ersten Kuchen der Tour (es sollte noch einiges Selbstgebackenes folgen) und dann waren wir bereit, den Schleusenwärter zu wecken.

Schleuse Mittenwalde

Es ging weiter aufwärts und den wilden Galluner Kanal bis zum Motzensee, den wir dann (auch mit motzen, weil erlaubt) überquerten und wieder zurück auf dem ersten Drittel bei Kallinchen am Strandbad verließen. Das dortige Hotel empfing uns mit ausgezeichnetem Essen und einem flugs herbeigezauberten Menschen mit schweißerischen Fähigkeiten; ein Ausleger war ein wenig marode. Danke zweier Gerstengetränke konnte dieser aber wieder vollwertig zum Einsatz gebracht werden und am nächten Morgen wieder die Rückreise durch den Kanal antreten. Zurück in Mittenwalde enterten wir erst die erste Schleuse und nachdem der Schleusenwärter die Strecke dazwischen zu Fuß zurückgelegt hatte, auch die zweite, um unsere Strecke auf dem Nottekanal weiterzuführen. Ein Schild wies uns netterweise auf die kommenden 12.000 Meter Ankerverbot hin. Quizfrage: Wie weit ist's bis zur nächsten Schleuse? Eine weitere spannenden Frage, ob die Brücke mit Baustelle in Zossen passiert werden konnte, war einfach mit einer zielgenauen Durchfahrt zu klären. Die Schleuse am Mellensee empfing uns dann gar nicht freundlich, weil geschlossen und so mussten wir mit Hilfe der dort befindlichen Loren umtragen. Natürlich mal wieder für Ruderboote eigentlich zu eng, aber es gibt ja auf jeder Tour erfahrenen Lademeister, so dass auch diese Unbill erfolgreich umschifft werden konnte. Der Mellensee wurde nun zügig überquert und am Ende erwartete uns statt des versprochenen Sandstrandes mit Schilf zugewachsenes Ufer und ein heimtückisches Kippfloß. Dem Naturschutz sei Dank! Aber mit vereinten Kräften habe auch ich es geschafft, dem Rollsitz zu entrinnen und sicher ans Ufer zu gelangen ...

Mellensee

Außerdem hatten wir ja noch etwas vor: Eine Besichtigungsfahrt der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf. Ein Reiseführer versorgte uns auf der 3-stündigen Rundfahrt mit allen Informationen, zeigte uns die riesigen ehemaligen Kasernenanlagen samt Lenin,

Wünsdorf

den Versuch, daraus ein funktionierendes Dorf zu machen und anschließend die riesigen Bunkeranlagen von außen und von innen. Was man mit Beton so alles machen kann... (mehr dazu)

Maybach-Bunker


Dermaßen mit Kultur gefüttert konnten uns die am darauffolgenden Tag drohenden 45 Kilometer moralisch (fast) nichts mehr anhaben. Umtrageerfahren gings zurück den ganzen Nottekanal über Mittenwalde wieder zur Dahme und zur Pause im wunderschönen Bootshaus von KW.

Bootshaus KW

Hier war dann an der Schleuse mal ein wenig mehr los und es ging aufwärts über Krüppelsee, Dolgensee und ganz viel Wasser Richtung Prieros. Zwei Kilometer vor unserem Ziel, einer langgedienten Kinder- und Familienunterkunft, (und nach einer dringend benötigten Stärkung im Eiscafé;-)) entlud sich der Regen aus den schon lange drohenden Wolkenbergen (oder auch aus Ulla's persönlicher Wolke, ist das in Düsseldorf so?). Tropfnass konnten wir dann unsere "Hase und Igel"- oder "Rotkäppchen"-Zimmer beziehen. Später, auf der nun wieder trockenen Terasse, wurden wir dann noch mit Abendstimmung am See belohnt.

Abdne in Prieros


Am nächsten Tag wurde erst mal über die Schmölde in den Hölzernen See geguckt und zurück über Prieros in den Langen See gestochen. Vor dem Wolziger See hieß es "Sammeln zur Überfahrt",aber der See ignorierte uns und lag glatt wie ein Spiegel vor uns. In Kummersdorf vor der Schleuse heiß es erst mal Essen fassen und danach stürzten wir uns den Storkower Kanal entlang vorbei an Philadelphia nach Storkow. Nach Klärung der Unterkunft in einer Ferienwohnung hatte ein 4er immer noch nicht genug und begutachtetet schon einmal den ersten Teil der Strecke für den nächsten Tag quer über den See, während der Rest den Wirt im Bootshaus auf Trab hielt.
Endlich einmal ohne Gepäck ging es mittwochs über den See, einmal geschleust und dann 10 Kilometer den Scharmützel See der Länge nach genommen zur Mittagspause in Bad Saarow.

Bad Saarow

Auch an diesem Tag gab es mehrere Unken, aufkommende Winde drohten und wir traten alsbald die Rückreise an. Der Wind hustete uns allerdings was, legte sich wieder schlafen und so erreichten wir (nach der obligatorischen Kaffeepause) wieder das Bootshaus in Storkow. Nach all diesen Abenteuern mussten abends noch die verschiedenen Brand-Vorräte unserer Wirtin dran glauben und die Nachbarn wurden mit mehrstimmigen Gesängen beschallt.
Der vorletzte Tag empfing uns mit mystischem Nebel über dem See, aus dem alsbald ein Rundreisedampfer auftauchte. Wir brauchten uns als gar nicht zu beeilen, bis so einer mal durch den Kanal gezirkelt ist, das dauert. Dementsprechend brauchten wir für die ersten 8 Kilometer drei Stunden! Aber immerhin alle spiegelglatt.

Wolziger See

Das war dann so demotivierend, dass einige nach unserer Ankunft in Prieros in Streik traten und nur noch 2 Boote den Weg zur Kaffeepause in Groß Köris und wieder zurück antraten. Aber in Prieros kann man auch gut Kaffee trinken! Streng beäugt von einem zahmen Federvieh.

Elster in Prieros


Der letzte Tag empfing uns trüb mit einem kleinen Lichtblick in KW. Danach wurde es immer ungemütlicher, Wind stellte sich uns entgegen und auch zur Pause in Schmöckwitz brachen fast vorwinterliche Zeiten an. Deswegen waren wir auch ganz fix zurück in Köpenick, trennten uns vom Gepäck und konnten anschließend noch ordnungsgemäß in Reih und Glied alle drei Boote in Grünau am Startplatz der Tagesfahrt des WRT 2008 ablegen.
Und dann: Zurück mit der Fähre, unsere zurückgelassenen Klamotten begrüßt, schön gemacht(?) und auf zur 2-Stunden-Bus-und Bahnfahrt quer durch Berlin zum 2008er WRT ...

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Letzte Änderung: 01.03.2009