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Sommertour mit dem Ruderclub Kloster Lehnin

Autor: Richard Kersjes

Endlich sind Sommerferien und noch besser: es geht auf Rudertour.
Pünktlich um 2 Uhr nachmittags starteten die ersten neun Ruderer im Leihwagen Richtung Brandenburg. Das zweite Auto fuhr wenig später los, nachdem Lucia von ihrer Klassenfahrt zurückgekommen war. Abends angekommen wurden sofort die Lager aufgeschlagen und die von der Reise erschöpfte Gruppe legte sich rasch zur Ruhe. Am Samstag trafen dann nach und nach die Lehniner ein und noch wichtiger der VL René brachte die Brötchen mit. Nach dem Frühstück wurden die Boote aus der Halle geholt. Es sollten vier Vierer gefahren werden, zwei davon mit Loreleymaßen und dem entsprechend schwer. Doch für den Tausendfüßler aus Köln und Lehnin waren auch diese Badewannen kein Problem. Dann mussten sich die vier Boote teilweise unterbesetzt über die diversen brandenburger Seen und Kanäle gegen den Wind quälen, bis endlich Plaue erreicht wurde. Zwischendurch wurde eine längere Mittagspause in einem Lokal gemacht. Es gab Nudeln mit Wurstgulasch. Durch die warme Mahlzeit aus der Fahrtenkasse, deren Betrag scheinbar unermesslich war, motiviert wurde das Tagesziel nach 37km erreicht. Angesichts der verbesserten Wetterlage und einer zu geringen Bettenzahl entschieden sich vier Jugendliche dazu draußen zu schlafen. Trotz einer nicht unbedeutenden Lärmbelästigung durch Feiermusik während der Nacht und schier unermesslich vielen Mückenstichen waren am Sonntagmorgen wieder alle ruderbereit.
Doch auch der Wind war wieder mit dabei und an der Mittagspause mit Straußenfarm, Fußerlebnisweg und warmen Würstchen wurde es doch recht schnell kalt. Da war es nicht schlimm, dass noch weiter gegen den Wind gerudert werden musste. Hauptsache nicht mehr unbewegt dastehen. Für die „armen“ Steuerleute hatten die Lehniner extra warme Wolldecken mitgenommen. In Rathenow angekommen, geduscht und mit Nudeln gesättigt spendierte die Fahrtenkasse noch einen Kinobesuch. Es wurde „Der Zoowärter“ geschaut. Der Film war mit einigen Zitaten für die weitere Tour sehr prägend (Bewirf sie mit ….).

Der Montag bestach nicht gerade mit Sonnenschein. Schon nach wenigen hundert Metern lagen wir an der ersten Schleuse im Nieselregen. Über die alte Havel ging es dann mit annehmbarem Wetter über einige „Schleusen“ die nicht weiter beachtet werden mussten zur Mittagspause. Aber dann fing es an richtig zu regnen und die ganze Gruppe suchte Unterschlupf unter einem Holzdach, wo die Mücken schon warteten. In einer Regenpause entschied sich das erste Boot weiterzufahren auch die Anderen verließen bald darauf den jetzt mückenfreien Unterstand. Schließlich erreichten alle Havelberg. Dort wurden noch ein Kulturspaziergang in die Stadt gemacht, natürlich mit anschließendem Eis. Bevor sich alle nach und nach Richtung Bett begaben. Einige Jugendliche bestanden darauf zu fünft in drei Betten zu schlafen, obgleich noch genug andere Betten frei waren. Trotzdem waren am nächsten Morgen alle relativ ausgeruht.
Über den Dienstagvormittag kann ich rudertechnisch nichts schreiben, da ich mit Hans-Jürgen, Elli (Franzi) und Stefan Landdienst hatte. Das Einkaufen war eine sehr interessante Erfahrung. Außerdem besichtigten wir schon mal in Wittenberge den Plattenbau, in dem wir die nächste Nacht verbringen sollten und bereiteten das Picknick vor bzw. standen als Markierung für die anderen Boote in der Elbe. Der Nachmittag verlief relativ ereignislos, bis alle duschen waren, denn dann erschien die Wirtin und erzählte, dass es Kolibakterien im Wasser gibt. Das war zu dem Zeitpunkt eine sehr beunruhigende Information. Glücklicherweise hatte dann doch niemand Darmbeschwerden, was im Ruderboot sehr unpraktisch gewesen wäre. Zum Abendessen gab es große Schnitzelportionen, sodass am nächsten Tag noch genug Reste für Schnitzelbrötchen übrig waren. Am Abend wurde noch ausgiebig Karten gespielt, bis Heerscharen von Mücken über die Ruderer herfielen und diese ins Bett trieben.

Mittwochs war dann mit 54km die längste Etappe. Dafür hatten wir aber auch gutes Wetter, sodass man sogar in der Elbe schwimmen konnte. Aufgrund des guten Wetters er gab es sich, dass Teile des Landdienstes als Kielschweine mitfuhren, zwei der dreien allerdings in einem Boot. An dem Tag versucht eine der Lehniner das Alter der kölner Jugend zu schätzen, wobei ich es mir aus persönlichen Gründen erlaube die Ergebnisse hier nicht zu veröffentlichen. Abends kochte dann die Jugend. Es gab Chili con Carne oder Gemüsepfanne und zum Nachtisch Obstsalat. Da alles aufgegessen wurde, kann man vermuten, dass es allen geschmeckt hat. Dabei kam die gut ausgerüstete Küche der Schule, in der übernachtet wurde, dem Vorhaben zu Gute. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang gingen dann auch in den Gängen und der Turnhalle die Lichter aus.

Der Donnerstag sollte schon mal ein Vorgeschmack für die Freitagsetappe sein, die beinah doppelt solang geplant war. Zum Mittag gab es ein breites Buffet, das von dem Landdienst sehr schön hergerichtet wurde. Gestärkt durch die Pause wurde weiter gerudert, doch wir waren spät dran und so musste Simone kurz Grabow ihr Boot verlassen, um noch mit dem Auto zum Bahnhof gebracht zu werden. Die Anlegemöglichkeiten am Ziel waren nicht optimal, aber mit genug Leuten kriegt man die Boot praktisch überall aus dem Wasser. Man musste nur noch über das Tor klettern und schon konnten wir uns auf den Weg zur Jugendherberge machen, teils zu Fuß, teils mit dem Auto, doch der Weg entpuppte sich als weiter, als gedacht, und so wurden auch die Fußgänger mit dem Auto eingesammelt. Obwohl die Unterkunft eine Jugendherberge war, wurden die größten Teile der Jugendlichen in einen nahegelegenen Bungalow abgeschoben. Zusätzlich zum normalen Abendessen gab es noch eine leckere Gulaschsuppe. In dem, mit Musikanlage ausgestatteten Bungalow, wurde zum großen Leiden aller Anwesenden eine CD mit 40 Jahren Radio Hits aus Luxemburg (oder so ähnlich) gefunden. Später auserlesene Erwachsene in das Werwolf spielen eingeführt.
Am Freitagmorgen war die Motivation angesichts der 56 geplanten Kilometern auf einem absolut geraden Kanal nicht besonders hoch, als es dann noch anfing in Strömen zu regnen, wurde beschlossen heute nicht zu rudern, sondern mit Auto und Bahn nach Schwerin zu fahren. Erst fanden sich noch Einige, die trotz aller Umstände noch rudern wollten, doch auch diese wurden vom Gegenteil überzeugt, denn es gab noch fünf Schleusen und es gibt wahrscheinlich niemanden, der gerne im Regen vor einer Schleuse liegt.
Man beschloss also, dass Jens mit der Jugend mit der Bahn fahren sollte. Mit zwölf Personen wurde also in einem Neunsitzer zum Bahnhof gefahren und dort auf den Zug gewartet. Gegen Mittag hatten wir dann alle die Schweriner Jugendherberge erreicht. Von dort brachen Einige mit dem dort stehenden Bootshänger auf, um die Boote zu holen. Der Rest erkundete in der Zeit Schwerin. Abends wurde noch gegrillt und mit der Grillkohle Feuer gemacht. Dabei wurde der halbe umliegende Wald in Mitleidenschaft gezogen. Bei besserem Wetter wurde dann am Samstag noch eine nette Runde auf dem/den Schweriner See(n) gedreht, bevor abends beim Italiener gegessen wurde.
Am Sonntag stand nur noch die Rückfahrt auf dem Programm. Von den 16 Kölnern fuhren nur fünf mit zurück. Der Rest hatte sich vorher wegen anderen Urlaubsplanungen ausgeklinkt.

Am Ende bleibt mir nichts mehr übrig, als mich für diese tolle, perfekt organisierte Tour zu bedanken.

 

 

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Letzte Änderung: 05.09.2011