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Eine Ostseefahrt (oder "Mord im Herrenhaus")

Autorin: Gaby Reger, Bilder: Gaby und Klaus

Am 20. Juli trafen sich Ruderinnen und Ruderer aus Hamburg, Geesthacht, Essen, Nienburg, Rinteln und - aus dem absoluten Süden der Republik - Köln in Apenrade in Dänemark (Åbenrå). Unser sehr großzügig bemessenes Domizil entpuppte sich als altes Gutshaus, einsam gelegen mit eigenem Weiher und direkt angeschlossenen Schweineställen. Deshalb war es dann doch nicht ganz so einsam: geschätzte 20.000 Fliegen wohnten auch schon mit im Haus.

Herrenhaus

Die Nordlichter hatten uns morgens schon zwei dänische Inrigger-Vierer aus Hadersleben (Haderslev) und Apenrade besorgt und strategisch günstig abgestellt. Unsere Tour von Hadersleben nach Flensburg konnte also am folgenden Sonntag beginnen.

Rudertag 1:

Tag 1, Vormiitag

Im Sporthafen im Fjord ging's los,

Boot Laimun

das benötigte Zubehör und Piddelhaken wurde gesichtet, Rettungswesten gewichtsmäßig verteilt und beim slippen erster Wasserkontakt hergestellt.

Einstieg in Hadersleben

14 Kilometer bis zum Meer auf anfangs spiegelglatten Wasser erwarteten uns. An der Mündung des Fjords waren erstmals die Steuerkünste gefragt (vorher gab es nur müdes Bojen-umkreisen): Aufkommender Wind und diverse Sandbänke bremsten ein ums andere Mal unseren Weg gen Norden zur Mittagspause. Am weißen Sandstrand angekommen, war dann natürlich wieder alles windstill und wir zogen uns vor der sengenden dänischen Sonne ganz idyllisch in den Schatten zurück.

Pause

Nach einer kleinen Stärkung und Wasser fassen gab's dann auf den folgenden 10 Kilometern nur noch Schiebewind und Sommer satt bis zum Sandstrand von Årøsund.

Tag 1, Nachmiitag

Hier überraschte uns ein dänischer Ruderkamerad mit einem Aufbewahrungsplatz für unsere Kleinteile und einem Eimer gekühlter Getränke (vielleicht hat er auch in Einem direkt mal ein Auge geworfen, ob wir auch alles richtig machen?)

Ankomst-Getränk ...

Getoppt wurde dieser wunderschöne erste (Ruder-)Tag mit diversen Leckereien vom Grill. Jetzt sollte man eigentlich meinen, dass bei soviel Frischluft und Verköstigung der Schlaf entsprechend fest ist ... Nein! Unsere geflügelten Freunde konten das nicht mit ansehen und waren schon beim ersten Anzeichen von morgendlicher Helligkeit auf den Flügeln. Bsss, bsss!

Rudertag 2:

Tag 1, Vormiitag

Nichtsdestrotz versprach auch der zweite Tag fantastisches Wetter, nahezu Windstille, wie gemalt also für die Umrundung der Insel Årø. Gegen den Uhrzeigersinn, klug ersonnen, da die Flachstellen am östlichen Ende somit besser ausgemacht werden konnten. Am Anfang noch begleitet von Quallenschwärmen,

Quallen!

haben wir später außer ein paar Seesternen und Kühen (Land-Kühe natürlich) kaum ein Wesen ausmachen können.

Einsamkeit

Mit dem dänischen "2. Festland" Fünen im Rücken waren wir nach noch nicht einmal zwei Stunden wieder am Strand, Landdienst tauschen und die - hinlänglich bekannte -Strecke nach Hejsager in Angriff nehmen.

Tag 2, NAchmiitag

Am Ziel war ein Strandleben wie im "richtigen" Süden zu beobachten, unsere Boote konnten wir so grade noch zwischen die Sonnenanbeter quetschen und die Kleinteile haben wir in der dortigen Ruderhütte (des deutschen Rudervereins Hadersleben) untergebracht. Und damit wir uns auch so richtig heimisch fühlten, hat unser bewährtes Organisationsteam eine stilechte "Hotdog"-Pizza ersonnen. Ei jei jei, eine leckere Schweinerei....;-) Haben wir uns aber verdient!

Rudertag 3:

Tag 3, Vormiitag

Der Dienstag begann nebelig und gar nicht mehr so windstill. Am nunmehr einsamen Strand konnte aber noch ganz locker "undänisch" ins Boot geklettert werden, also nix mit Brandungseinstieg, ruderbereitem Platz 1 und 2, Steuer erst während der Fahrt reinwurschteln. Allerdings kam dann aus dem Bug "endlich mal ein bisschen Dünung".

mehr Wellen

Und kaum gesagt, war sie auch schon da und auf unserem Weg Richtung Genner Strand wurden wir ordenlich durchgeschüttelt, immer wieder unterbrochen durch eine schöpferische Pause. So kann es also auch gehen. Ausgeglichen wurde durch ordentlichen Schiebewind auf den letzten Kilometern vor unserem Mittagsziel, es klarte auf und war schon fast nicht mehr auszuhalten.

Mittag Genner Strand

Zur Belohnung gab es - Wetter angepasst - Melone und gratis die Beobachtung eines Museumsschiffes unter Segeln.

Gegen Wind und Wellen standen uns nun noch 20 Kilometer bis Apenrade bevor.

Tag 3, Nachmiitag

Die Genner Bucht war lang und länger, strategisches kreuzen machte den Weg auch nicht kürzer und die gegenüberliegende Insel Barsø wollte einfach nicht aus unserem Blickfeld verschwinden, bis wir endlich die Einfahrt zum Åbenrå Fjord erreichten.

Vor Barsö

Die vielfach gefürchteten Schornsteine des Kraftwerks wurden nur ganz allmählich größer. Dafür wurden wir dann am dortigen Ruderclub mit einer genialen Aussatzstelle versöhnt, einer Slipanlage für Ruderboote. Schick! Und der Weg zu unserem Herrenhaus betrug auch nur noch 10 Minuten. Nudeln und Spinat für müde Matrosen standen schon in Lauerstellung.

Rudertag 4:

Tag 4, Vormiitag

Am nächsten Morgen kehrten wir den Schornsteinen den Rücken,

Einstieg in Apenrade

wir versuchten es zumindest - im Ruderboot ist da ja gar nicht so einfach. Verschiedene Techniken wurden angewandt: ein Boot pirschte sich ganz nahe dran vorbei, das andere versuchte es mit einer weiträumigen Umfahrung, gepunktet hat keins. Nach 8 Kilometern waren sie endlich außer Sicht und wir fuhren in den Als Fjord ein. Zur herbei gesehnten Mittagspause traf mal sich in Ballebro am Kiosk (außer eine Fähre gibt's da auch nicht viel mehr).

Ballebro

 

Tag 4, Nachmiitag

Als einziges Ereignis des Nachmittags ist die Sichtung von Schweinswalen zu nennen, die immerhin 60 Prozent der Besatzung erspähen konnten, der Rest hatte wohl noch die Scheuklappen vom Vormittag an.

Vor Sonderborg

Die Brücke von Sønderborg über den Als Sund war bald im Blick und komischerweise auch recht schnell erreicht und damit auch der dortige Ruderverein.

Rudertag 5:

Tag 5, Vormiitag

Für Donnerstag Morgen war Regen prognostiziert und angesichts der kurzen Etappe wurde der Ruderbeginn um eine Stunde verschoben.

Start in Sonderborg

Statt Regen kam - mal wieder - der Wind und der Weg nach Kragesand erwies sich als recht anstrengend.

Middach!

Nach einer sandigen Mittagspause mit stilechtem "Margareten"-Kuchen (die dänische Königin Margarete residierte auch nicht so weit von uns entfernt) waren wir um die Ecke rum und ab da gab's Schiebewind satt, so dass wir mit lockeren 9-10 Stundenkilometern unser Tagesziel Gravenstein (Gråsten) erreichten.

Mit vereinten Kräften

Tag 5, Nachmiitag

Nach einem (wiederum) opulenten Grillabend stand unser letzter Rudertag bevor.

Rudertag 6:

Tag 6, Vormiitag

Als Mittagsziel auserkoren die beste Hotdog-Bude der dänischen Südsee: Annies Kiosk, vis-à-vis den berühmt-berüchtigten Ochseninseln.

Da gab's dann ein schattiges Plätzchen für die einen und eine Warteschlange um den halben Parkplatz für das weiche Wurstbrötchen für die anderen. Die hart erkämpfte Nahrung hat aber wohl gemundet (Zitat "Besser als bei IKEA").

Lecker!

Tag 6, Nachmiitag

Bis Flensburg waren es dann nur noch 8 Kilometer.

Letzte Eindrücke

Der Ruderverein liegt zwischen Hundestrand und Industriehafen, mit Blick auf die burgähnlich Marineschule. Hier gab's dann einen Wasseranschluss und unsere liebste Beschäftigung, Boote putzen und reisefertig machen, begann.

Putztag

Das Verladen ging recht schnell, abriggern ist nicht, die Boote liegen auf Kiel, also kann auch nichts raus fallen. Ein allerletztes gemeinsames Kochevent stand uns noch bevor, unzählige Gemüse mussten ihr Leben für die zünftige Suppe lassen. Und prompt fing es kurz nach der Topfleerung an zu regnen und wir mussten den einzigen Abend drinnen verbringen. Dieser wurde auf verschiedene Weise vollkommen sinnfrei verbracht. Ein Ergebnis hier im Bild:

Letzte Eindrücke

Der letzte Tag war sozusagen "zur freien Verfügung". Beide Boote wurden nach Hause gebracht, man vertrieb sich den Tag mit (der Vorfreude auf's) Angeln, entspanntem Geklimper, Eis in Flensburg, Besichtigung von Apenrade und der erste machte sich auch schon vom Acker.

Petra

Angelequipement

Fotocontest

Am Abend traf man sich dann noch in Flensburg zum gemütlichen Abendessen im "Alten Speicher", währenddessen ein kleiner Gewitterregen die Straßen benetzte. Kühler wurde es dadurch nicht. Am nächsten Morgen war es genauso drückend und so verließen wir denn nach diversen Staubsaug-, Spül- und kleineren Putzeinsätzen "unser Herrenhaus" gen Heimat.

Reicher bin ich nun an Erfahrung in Bezug auf "Hotdog"-Pizza, auch Gesäßcreme tut es anstatt Fußcreme für die wunden Pfoten und "7 auf einen Streich" gibt es nicht nur im Märchen! (Und ganz doll beeindruckt hat mich natürlich der Speiseplan;-))

Gruppenbild (geschnitten;-))

Vielen Dank für eine tolle und harmonische Tour mit bestem Wetter an:
Klaus, Ingrid, Marion, Michael, Günter, Margret, Jutta, Matthias, Ursel, Tammo, Petra, Charly, Piet und natürlich Milli.

Gesamtstrecke:

Hadersleben nach Flensburg

 

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Letzte Änderung: 05.08.2013