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Maintour an Pfingsten

Autorin: Wera Reusch, Bilder: diverse

Fahrtenleiter Bernd hatte für die diesjährige Pfingsttour das Maindreieck gewählt – den Flussabschnitt zwischen Schweinfurt und Karlstadt, der auf der Landkarte wie ein nach oben offenes Dreieck aussieht. Was im großen Maßstab geometrisch wirkt, ist in der Realität aber alles andere als geradlinig: Bei Volkach fließt der Main in einer gewaltigen Schleife. Das ließ sich von unserem ersten Quartier aus sehr schön erkennen: Die Vogelsburg liegt oben auf dem Umlaufberg und bietet eine großartige Aussicht über den mäandernden Fluss.

Vogelsburg

Die Hänge unterhalb des ehemaligen Klosters zählen zu den bekannten fränkischen Weinlagen. Wir hatten schon bei der Anreise am Freitag einen jungen Winzer in Sommerach besucht, der erzählte, er habe an diesen Steilhängen seine Ausbildung gemacht, und der uns die lokalen Rebsorten erklärte. Am Ende der Tour hatten alle ihren Favoriten gefunden – ob Bacchus oder Domina, Silvaner oder Riesling.

Mainschleife

18. Mai (36,8 Kilometer)

Die Rudertour begann am Samstag in Schweinfurt. Wir setzten mit der „Loreley“ und der „Stolzenfels“ beim Ruderclub ein.

Ruderverein in Schweinfurt

Kurz hinter der Stadt passierten wir das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, das auf einem Schild vor seiner „Elektrofischscheuchanlage“ warnt, und machten gegen Mittag in einem Gartenlokal an der Mainfähre in Wipfeld Pause.

Pause in Wiofeld

Trotz sonnigen Wetters waren wir weit und breit die einzigen Boote auf dem Fluss. Da es auch so gut wie keinen Schiffsverkehr gab, ruderten wir entspannt durch die sattgrüne Landschaft, vorbei an Volkach und der Vogelsburg bis zu unserem Ziel Sommerach. In der besagten Schleife kamen wir schnell voran, denn hier hatte der Main plötzlich verhältnismäßig viel Strömung. Am Abend kehrten wir in einem Lokal in Nordheim ein – die typischen „Schäufele“ gab es zwar leider nicht mehr, doch dafür andere fränkische Spezialitäten, die nicht minder deftig waren…

Zehnthof in Sommerach

19. Mai (32,1 Kilometer)

Am Pfingstsonntag hatten wir uns bereits an die Glocke der Vogelsburg-Kapelle gewöhnt, die jeden Morgen um 7 Uhr sehr nachdrücklich läutete. Wir hatten ohnehin Grund, früh aufzubrechen, da für den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt war.

Einsetzen in Sommerach

Wir starteten in Sommerach bei blauem Himmel und ruderten an vielen Weinbergen und beschaulichen Orten vorbei. Wie bereits am Samstag ließ sich immer wieder ein Kuckuck vernehmen. Nach einer Pause auf der Wiese vor dem Kitzinger Ruderclub ging es weiter Richtung Marktbreit.

Pause in Kitzingen

Dort änderte sich nicht nur die Flussrichtung, sondern auch die Wetterlage – wir bekamen plötzlich heftigen Gegenwind, der ahnen ließ, dass ein Unwetter aus Westen heranziehen würde. Der Wind war so stark, dass wir Mühe hatten, aus der Schleuse Marktbreit herauszukommen. Doch erreichten wir unser Ziel Ochsenfurt, ohne nass zu werden.

Ankunft in Ochsenfurt

Ankunft in Ochsenfurt

Abends setzte dann starker Regen ein, und in der Nacht zog eine Unwetterfront über Unterfranken hinweg, die in einigen Orten Schäden verursachte.

20. Mai (36,2 Kilometer)

Die wechselhafte Wetterlage beschäftigte uns auch am Pfingstmontag. Bevor wir am Morgen in Ochsenfurt losrudern konnten, mussten wir jede Menge Regenwasser aus den Booten ablassen.

Wasser marsch!

Der Main war nicht nur deutlich höher, sondern auch wesentlich brauner als am Vorabend – der Regen hatte offenbar ziemlich viel Erde von den Hängen in den Fluss gespült, dafür gab es aber auch mehr Strömung. Den gesamten Tag über begleiteten uns dunkle Wolkenformationen, die Regen verhießen, doch wir hatten Glück – bis auf ein paar kurze Schauer am Nachmittag blieben wir trocken.

Himmelspfort

Wir ruderten an hübschen Ortschaften vorbei Richtung Würzburg, wo wir im Garten eines Rudervereins Mittagspause machten. Anschließend ging es weiter durch die Schifffahrtsschleuse inmitten der Stadt und unter der alten Mainbrücke hindurch, auf der viele Menschen standen, die uns beim Rudern zusahen. Uns bot sich vom Fluss aus ein besonders schöner Blick auf die historische Altstadt samt Festung. Während wir an den Vortagen nur mit Sportbootschleusen zu tun hatten, die wir selbst bedienen konnten, mussten wir außer in Würzburg auch noch an zwei anderen Stellen Schifffahrtsschleusen benutzen. Die kosteten Zeit, denn es dauerte jeweils eine ganze Weile, bis ein „Talfahrer“ kam, in dessen Gefolge wir mitschleusen konnten.

Schleuse

Bei der Einfahrt in die Schleuse Erlabrunn kamen sich dann auch noch ein Schubverband und die „Loreley“ ziemlich nahe, die Situation ließ sich jedoch entschärfen, und am späten Nachmittag erreichten wir wohlbehalten Zellingen. Dort verabschiedeten sich drei Ruderer, die zurück nach Köln mussten, während die anderen neun ihr neues Quartier in Karlstadt bezogen.

21. Mai (19 Kilometer).

Abendlich gestärkt durch die (immer noch) fränkisch geprägte Küche in der ganz neu eröffneten "Rose" in Karlstadt - allerdings auch hier ohne Schäufele -, ruderte der verbliebene Rest nicht wie geplant von Zellingen nach Karlstadt, sondern versuchte sich im Main-aufwärts-rudern bis zur Schleuse und wieder zurück. Wobei zu bemerken ist, dass die Loreley abends bei der Essensauswahl alles richtig gemacht hat und sogar noch eine kurze Strecke mainabwärts zurück legen konnte. Die Mannschaft der Stolzenfels war wohl so überrascht, schon die Teilnehmer der parallel stattfindenden Familientour zu treffen, dass sie in deren Sog direkt wieder das Zellinger Floß ansteuerte.
Auf jeden Fall war nachher wieder genügend Platz geschaffen, um nach dem Verladen noch die Reste unserer Picknick-Vorräte zu vernichten und noch auf einen kleinen Kaffee in der nahegelegenen "Linde" zu verschwinden.

Picknick in Zellingen

Danach konnte nichts mehr schief gehen und der Weg zurück nach Köln wurde in Angriff genommen.

(Wein-)Impressionen....

Bootswein

Spieglein, Spieglein

Wo wird das Boot hingelegt???

 

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Letzte Änderung: 26.05.2013