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Wanderrudertour des TPSK vom 20.-26. September 2015

Autorin: Anneliese Sessner (Tagebuch von Anneliese Sessner, TSV Herrsching/Ammersee Die Tour wurde organisiert von Gaby Reger für alle Freunde/innen der Havel und der Blümchen. )

Es ist Sonntag, der 20. September 2015. Das Wanderrudertreffen in Berlin ist Geschichte. Der bewölkte Himmel hat bedenklich viele dunkle Stellen. Die Segler erfreuen sich des Windes. Inzwischen ist unsere Truppe komplett. Gaby, Franz, Anke, Anneliese, Bernd, Christine, Christa, Erika, Gerhard, Kristina, Silvia und Wera werden die kommenden sechs Tage zusammen auf Wanderruderschaft auf Havel und ein wenig Elbe gehen. Aufriggern, letzte Vorbereitungen treffen und schon bald stoßen wir uns am Steg des Jugendherberggeländes Berlin ab. Franz und Bernd übernehmen den ersten Landdienst. 

Vor dem Start

Wannsee

Tagesziel: Wannsee - Ketzin - Übernachtung im KIEZ, Kinder- und Erholungszentrum Bollmannsruh am Beetzsee.

Mit Kristina als Steuerfrau bist du auf der sicheren Seite! Sie meistert die Wellen im Schlaf. Wellen hat es heute genügend. Der Wind frischt auf und erste Regenschauer verweisen uns in die persönliche "Trockenzelle". Regenjacken und Hosen, Südwester und Kapuzen werden schnellst möglichst angelegt. Frierend sitzt Kristina am Steuer, beäugt die Seekarte und hofft, die gleiche Position auf ihrem Navi zu finden. 

Wo geht's nach Ketzin?

Das kann Kristina nicht ersch├╝ttern

Die Pfaueninsel liegt hinter uns. Wir gelangen in den Jungfernsee. Die Uferlandschaft - Weiden und Schilf, mit knorrigen uralten Bäumen. Der Sacrow-Paretzer Kanal zieht sich. Vor uns ein Schlepper. Da er einer Geschwindigkeitsbegrenzung unterliegt, kommt er nicht weg von uns. Lästig. Geruch und Geräusch. Das zweite Kölner Boot ist außer Sichtweite. Wir rudern tapfer weiter - queren den Schlänitzsee. Das Geräusch der Berliner Ring Brücke A 10 kommt nahe, da erreicht uns ein Anruf von Gaby. Wende - und zurück in den Schlänitzsee.
Dort, am Ende des Sees vermuten wir bunte Punkte - es könnten Menschen sein - es sind Menschen! Gaby hat beschlossen die Tour für heute aus Wettergründen zu beenden. Wir landen im Schlosspark Marquardt, wo wir unsere Boote über Nacht beruhigt liegen lassen können. Tja was täten wir nur ohne Handyverbindung - wenn die Handys denn online sind.
Bernd und Franz holen uns zuverlässig ab.

Hafen von Marquardt

Als wir den Schlosspark durchwandern erblicken wir eine recht traurige Schlossgestalt. Hat auch schon bessere Tage gesehen!

Schloss Marquardt
Das Bild wurde von Doris Antony 2006 "geschossen". https://commons, wikimedia.org/wiki/File:Marquardt_Schloss.jpg#/media/File:Marquardt_Schloss.jpg

Nach etwa 10 Minuten haben wir den Park durchschlendert. Am Ausgang der Anlage stehen unsere Gefährte und wir düsen ca. 45 Km über Land zu unserem heutigen Quartier in Päwesin-Bollmannsruh. Kiez, ein Kinder- und Erholungszentrum. Aus der Küche kommen warme Würstl mit Brot. Der heiße Tee wärmt den Magen und alles drum herum. Nachdem wir fein säuberlich aufgeräumt, das Geschirr vorschriftsmäßig abgestellt und Stühle ordentlich zurecht gerückt haben, treffen wir auf unser Gepäck, das wir auf drei Zimmer aufteilen. Drei Zimmer à vier Personen - passt. Eine saubere Dusche befindet sich gleich gegenüber der Zimmer. Nur der Aufenthaltsraum ist sehr spartanisch. Wenn du Glück hast, greifst du dir einen intakten Stuhl. Ein wenig wird noch geplaudert - aber dann geht es ab in die Betten. 

Im KIEZ

Gute Nacht Freunde!

Montag, 21.September 2015. Das Wetter zeigt sich heiter bis wolkig. Tagesziel: Brandenburg, die erste Blümchenstation der Buga (Bundesgartenschau)

Gleich morgens, noch vor dem Aufstehen, werden wir wegen Schnarchens von Christine zurechtgewiesen. Hm, wie kann man das nur ändern??? - das Schnarchen! Frühstück gibt es wieder im "Restaurant", wobei sich die Küche richtig ins Zeug gelegt hat. Da kann man nicht meckern. Nun geht die ganze Tour von gestern Abend wieder zurück zum Schloss Marquardt. Wir durchkreuzen den Schlosspark und bringen die Boote ins Wasser.

Marquardt
Häuschen des Schlossverwalters

Schlosspark Marquardt
Schlosspark Eingang

Um 10:15 Uhr sind wir auf dem Wasser. Den Schlänitzsee überqueren und rechts in den Sacrow-Paretzer-Kanal einbiegen. Dort ein Buddelschiff steuerbords liegen lassen, unter der A 10 hindurch - soweit waren wir mit einem Boot gestern schon. Weiter geht es auf dem Kanal. Die Ufervegetation ohne Besonderheiten. Nur ab und zu gibt es im Hinterland kleine Erhebungen, für manche schon Berge, die das Gletschereis vor 20.000 Jahren geformt hat.
Die Ortschaft Ketzin, unser gestriges Tagesziel, das wegen Schlechtwetter nicht erreicht wurde, lassen wir auf unserer rechten Seite liegen. Nach dem Trebelsee wieder die Havel, die hier mit einigen Mäandern für Auflockerung sorgt. Die liebevoll gepflegten Kleingartenanlagen lassen den Herbst erahnen. Die Hobbygärtner haben den Rückzug angetreten. Nach ca. 30 Kilometern nimmt uns der Brandenburger Stadtkanal auf. Bei Kilometer 57,9 erreichen wir die Sportbootschleuse.

Stadtschleuse Brandenburg

Brandenburg

Marquardt - Brandenburg

Das Schafott wird abgesenkt und der Schleusengang kann beginnen. Wir umrunden die Stadtinsel und landen bequem in der Nähe des Ruderclubs Havel Brandenburg. Brandenburg, die erste Blümchenstation auf unserem Weg. Die drei Buga-Fähren, "Fleißiges Lieschen", "Klatschmohn" und "Pusteblume" sind eifrig dabei, die Gäste an Ort und Stelle zu bringen.

Vile bunte Schiffchen

Nachdem unsere Boote auf dem Gelände des Ruderclubs versorgt sind, stürmt ein Teil unserer Gruppe zu den Blümchen, der Rest nutzt die Freundlichkeit des Restaurantbesitzers "Bootshaus", seinen Biergarten, trotz Ruhetag, für uns zu öffnen. Mit großen und kleinen Bieren, Kaffee und anderen Getränken, verhelfen wir ihm in dieser Stunde noch zu einem kleinen Umsatz.

Kleines Bier

Bootshaus Brandenburg

Die Gruppe ist wieder vereint und wir lauschen den Erzählungen der "Blumenkinder". Kristina holt sich den Frust, da sie in ihrem eigenen Garten nun einige Unschönheiten entdeckt. Andere nehmen neue Anregungen auf ihrem "Merkzettel" auf.

Sonnenf├Ąnger

Unsere Landdienstfahrzeuge bringen uns nach Milower Land, ca. 30 Km entfernt, zum Gasthof Milow. Ein schöner Neubau von 2010, direkt an der Havel gelegen, eingebettet in altes Gutshofambiente. Uns "verlegt" man ins Gästehaus Bading, in Bützer, ein Ortsteil von Milower Land, drei Kilometer von der "Futterstelle" entfernt.

Bier in B├╝tzer

Wie man sieht, fühlen wir uns hier wohl. Nach der Tages-Endreinigung machen sich die Meisten daran, per pedes zum Gasthof zu marschieren. Da sitzen wir nun an langer Tafel und beäugen neugierig die Köstlichkeiten auf unserem und des Nachbarn Teller. Mit großem Appetit "stürzen" wir uns auf den Magenschmaus. So mancher Magen nutzt sein letztes Eckchen, um noch eine lecker Nachspeise einzustapeln. Gesättigt gehen wir zum Plausch über. Gaby verkündet schon mal im Groben den Tagesplan von Dienstag. Gerhard erscheint die Frühstückszeit zu kurz. Darauf Sylvia: "dann stellst du eben dein Gebiss auf grob und die Zeit ist ausreichend".

Der Dienstag, 22. September 2015 beginnt mit einem leckeren Frühstücksbuffet. Es fehlt an nichts!

Gut in Form, das Br├Âtchen

Tagesziel: Brandenburg/Havel, Ruderclub - Ruderclub Plaue Picknick - Milow "Hotelsteg" Der Rudertag kann beginnen!

Milower Land, Brandenburg/Havel, Ruderclub. Boote startklar machen und …alles vorwärts … los. Freundliche Gesichter grüßen uns. Seerosen verengen die "Fahrbahn". Morgenlethargie macht sich breit. über die Brandenburger Niederhavel rudern wir hinaus auf den Breitlingsee. Heiter bis wolkig kann man die heutige Wetterlage beschreiben. Wenig Wind! Franz stöhnt heute noch, wenn er daran denkt, wieviel Mühe es seinem Boot vergangenes Jahr gekostet hat, den See bei Schlechtwetter zu queren.

Brandenburg

Bei Kilometer 68,1 liegt der Ruderclub Plaue. Gemütlich können wir unsere Boote am Steg festmachen, entsteigen denselben und - Erika und Kristina warten bereits in der "Laube" mit einem herrlichen Picknick auf uns. Super! Danke dafür! Bevor Franz seine Hände wieder mit den Skulls belegt hat, öffnet er noch ein Fläschchen Rosé, gesponsert von Erika. Jetzt ist der Wein jederzeit griffbereit! Hoffentlich verzeiht uns Rasmus, das alte Rübenschwein, dass er diesmal nichts vom Wein abbekommen hat. Bernd ist außer Sichtweite und es ist doch seine Art, den Gott des Windes zu beschwichtigen!

Ruder-Club-Plaue

Mahlzeit

Auch das Auge isst mit

Plauer Idyll

Auf der Weiterfahrt haben wir, wie schon einige Male zuvor auf dem Breitling- und Plauer See, eine weitläufig abgesteckte Reuse zu umgehen. Zufrieden lassen wir die hübsche Gegend an uns vorüberziehen. Vorbei am schilfgesäumten Ufer. Weiden, die sich in der leichten Brise wiegen. Keinerlei Anstrengung, es geht alles wie von selbst.

Endlich Schiebwind

Ein hübsch hässliches Gefährt kommt uns entgegen. Das Hausfloss.de mit dem pfiffigen Namen "Michigan"! Einer sitzt auf der "Veranda" am Steuer, sein Co-Pilot hat die Bierflasche parat. Der 10 PS Mercury Außenborder bringt das Ganze in Bewegung. Wir denken: "ach wat jeht es uns jut, auf unserem Ruderboot". (Kölner Sprachanleihe)

Miet mich

Auf Havelkilometer 82,1 geht es wieder ein Stückchen abwärts mit uns. Das Niveau sinkt! Gott sei Dank nur das des Wasserspiegels! Schleuse Ziegenwerden.

Schleuse

Geruhsam rudern wir weiter, bis wir mit 36 Ruderkilometern in den Armen, direkt hinter dem Gasthof Milow anlanden. Alles ist gut - bis - urplötzlich sich das Blatt wendet. Christa robbt behände durchs Boot um sich noch etwas zu catchen, bleibt hängen und fällt mit der linken Stirnseite, gleich oberhalb des Auges, auf das Stemmbrett. Blut spritzt! Ihr Kommentar - auweia! Ihren Schock lässt sie sich nicht anmerken. Sylvia rennt sofort zum Auto, holt den Verbandskasten und versorgt Christa vorbildlich. Anschließend bringt sie Christa ins Krankenhaus Rathenow zur "Reparatur". Dort wird genäht und verklebt. Um es vorweg zu nehmen, Christa wird auch morgen wieder an Bord sein!!!!!
Nachdem sich die erste Aufregung bei uns gelegt hat, planen wir den Abendablauf. Die Laufgruppe bewaffnet sich wieder mit Taschenlampen - die kurze unebene Stelle auf dem Gehsteig, durch unterirdische Baumwurzeln gewölbt, ist schnell erreicht. Mit dem Kommando "hochscheren", werden die Nachfolgenden gewarnt, die Füße zu heben. Viel zu früh kommen wir am Gasthof an - der Tisch ist erst ab 20 Uhr reserviert - und wir nutzen die Zeit, um uns die Umgebung anzusehen. Die kleine Kirche - die hübsch beleuchtete Apotheke ….

Milow Kirche

Alte Apotheke Milow

Auch dieses Mal mundet unser bestelltes Essen hervorragend und es geht wieder zurück zu unserer Herberge. Auf unserem Weg entdeckt Franz völlig entzückt von so viel Kitsch, einen Vorgarten mit Schneewittchen und den sieben Zwergen. "Das muss aber unbedingt in unseren Bericht mit aufgenommen werden!" meint er. Ok, ist hiermit erledigt!

Milower Idyll

Brandenburg - Milow

Mittwoch, 23. September 2015, der Himmel heiter bis bewölkt. Tagesziel: Milow - Rathenow (Blümchen die zweiten) - Molkenberg

Bei Kilometer 93 der unteren Havel, geht es weiter. Bootseinteilung - und ein neuer Rudertag ist angebrochen. Die Uferböschungen gleichen den vorherigen. An unserer Backbordseite die Ortschaft Premnitz. Ansonsten weites Land mit herbstlich bestellten Feldern. In leichter Mäanderform bahnt der Fluss seinen Weg. Nächster Halt: Rathenow - Blümchenstation mit Schwerpunkt Seerosen.

Bl├╝mchen auch auf dem Wasser 

Einfahrt Rathenow

Freundlich begrüßt uns ein Mitglied des Rathenower Ruderclubs, gibt uns Hinweise und Tipps. Zusammen mit Bernd übernehme ich den Nachmittagslanddienst. Die Ruderer umfahren Rathenow. Vor ihnen liegt eine durch und durch ländliche Gegend. Bernd und ich versetzen die Autos nach Molkenberg. Molkenberg, ein Gott verlassenes Dorf. Wir warten und warten. Zwischendurch berappen wir schon mal 10 Euro, Stegliegegebühr für beide Boote in der kommenden Nacht. Billiger geht es nicht, meint der Einheimische. Die Wartezeit verkürzt uns eine Ringelnatter, die neugierig unter unserem Auto hervorkommt. Nach Bernds Hochrechnung, müssten unsere Ruderkameraden gegen 15:30 Uhr in Molkenberg eintreffen - spricht es aus - und da kommen sie auch schon um die Ecke.

Molkenberg mit Getier

Molkenberg

Boote vertäuen, und schon sind wir auf dem Weg zurück nach Rathenow. Während ein Teil der Gruppe die Blümchen genießt, erkundet ein anderes Grüppchen die kleine Stadt. Rathenow, die Stadt der Optik. Nach 1949 wurde jeder Ostdeutsche, der eine Brille benötigte, von hier aus bedient. 2002 eröffnete die Firma Fielmann in Rathenow ein Produktions- und Logistikzentrum.

Rathenow in alt

Rathenow

Rathenow

Wera fällt sofort das gemauerte Dach der Andreaskapelle auf.

Die Gruppe ist wieder vereint. In dem Gasthof "Zur Alten Schmiede" stillen wir unseren Hunger. Ein uriges Lokal, das bis vor einigen Jahrzehnten tatsächlich als Schmiede genutzt wurde.

Alte Schmiede - Rathenow

Die kommende Nacht verbringen wir nochmals im Gästehaus Bading. Morgen früh sollte unser Gepäck wieder in Taschen und Koffern verstaut sein! An diesem Abend werden aber noch die super leckeren Restbestände des "Tresterbrandes", mitgebracht und gesponsert von Bernd, reduziert. Meine Nase sagt mir, hm, ganz schön heftig! Nix für mich! Die letzten beiden Nächte werden wir im Gelände des Havelberger Wassersportvereins verbringen.

Milow - Rathenow

Donnerstag, 24. September 2015, sonniges Wetter bei 19 Grad Tagesziel: Molkenberg - Wasserwanderrastplatz Strodehne -- Hansestadt Havelberg

Um 10 Uhr sind wir auf dem Wasser. Beruhigende Auenlandschaft! Vereinzelt sitzen auf abgestorbenen Bäumen Kormorane, die von der Ferne an Geier erinnern, jederzeit bereit Beute zu machen. Ansonsten Natur, Natur, Natur. Kein Dorf in der Nähe, unbewohntes Land. Gegen Mittag suchen wir uns einen Rastplatz. Bernd hat eine gute Nase dafür und wir landen in Strodehne, einem Wasserwanderrastplatz! Laut Schild sind wir hier herzlich willkommen!

Stodehne

Vorräte auspacken und los geht es. Quasi ein improvisiertes Picknick. Wir sind rundum zufrieden. Die Umgebung strahlt Ruhe aus - die Sonne verwöhnt uns - Entspannung pur!

Alles locker

Jetzt geht es Havelberg entgegen. Die Stimme des Steuermannes Bern erschallt - Ruder halt - auf der steuerbord Seite sehen wir den Dom von Havelberg. Havelberg, eine weitere Blümchenstation. Kurz darauf können wir bequem am Steg des Havelberger Wassersportvereines anlegen, die Boote an Land schleppen und unser Quartier beziehen. Ja - beziehen müssen wir auch erst mal unsere Bettdecken. Anke, Kristina, Wera und ich, wir teilen uns ein Zimmer. Ankes Liege ächzt und knarzt bei jeder Bewegung. Mein Bettbezug bedeckt etwa zwei Drittel der Decke. Aber sonst ist alles o.k. Beim Bau des "Bungalow" hat sich ein begeisteter Elektroingenieur verwirklicht, oder es waren zu viele Steckdosen übriggeblieben. An jeder Bettstatt Stromanschluß! Unser Gepäck haben wir irgendwie verstaut, so, dass jeder Mitbewohner ohne Salto vorwärts auf seine Liege gelangt. Gaby hat uns mit Duschmarken versorgt und lichtet das Vier-Mädelhaus zur Erinnerung abends auch noch ab.

Weiber!

Lustig, ich fühle mich um Jahrzehnte zurückversetzt - Teenageralter- nur leider - niemand hat eine spannende Gute Nacht Geschichte parat und so lange gegackert, wie das früher war, haben wir auch nicht. Vernunft breitet sich aus über dem Bungalow in Havelberg! Aber vor der Nachtruhe haben wir ja noch einiges unternommen…….
Wie schon erwähnt - hier gibt es wieder Blümchen zu bestaunen. Zuerst treffen wir uns im Hotel mit gelbem Anstrich, gegenüber der Havelseite, "Hotel am Hafen", zum "sundowner". Die meisten finden es auf Anhieb. Ab 17 Uhr drängen unsere Gartenliebhaber wieder zur Blumenschau. Ab 17 Uhr deshalb, weil wir gleich in Brandenburg-Havel, die erste Blumen Station, die billigere Variante der Eintrittskarten wählten. Ein winziger Teil der Gruppe streunt durch das kleine Städtchen. Uralte Gassen, mit hübschen Ausblicken auf die Havel. Der Dom Sankt Marien, trägt einige Stil Epochen in sich vereint. Leider bleibt uns ein Blick in sein Inneres verwehrt - Buga-Gelände!

Havelberg

Havelberg

Havelberg

Molkenberg - Havelberg

Freitag, 25. September 2015, ein sonniger Finaltag bei 15 - 18 Grad Tagesziel: Hansestadt Havelberg - Havel Kilometer 145,5 - Havelberger Schleusenkanal - Elbe - Wittenberge - Elbe Kilometer 454 - Endstation.

Sp├╝linsel

Um 9:30 Uhr legen wir in Havelberg ab. Vorbei geht es an der Fontäne. Ein kurzes Stück rudern und wir befinden uns in der Havelberger Schleuse. Die spült uns hinaus auf die Elbe! Elbe Kilometer 422,8. Plötzlich ein verändertes Landschaftsbild. An den Ufern Buhnen zuhauf. Zu DDR Zeiten erheblich vernachlässigt, heute nach und nach wieder erneuert. Was uns aber schwer beeindruckt, sind die Massenstarts der Kiebitze (wir haben uns auf diese Vögel geeinigt - ein Paddelbericht im Internet aus dieser Gegend bestärkt die Kiebitz Annahme). Franz freut sich riesig, wenn er uns durch Klatschen dieses Ereignis vorführen kann. Aber es sind nicht nur diese Vögel Spezies - einige mehr erspüren schon den nahenden Herbst. Gefiederpflege, Reservespeckschicht anpassen, Formationsflugübungen - Kofferpacken - irgendwann geht es dann für uns Menschen als Betrachter, überraschend schnell mit den Vögeln ab in den Süden.

Die V├Âgel - 1

Die V├Âgel - 2

Lange erfreuen wir uns an diesem Naturschauspiel, doch dann müssen wir weiter. Wiesen und Felder säumen die Elbe. Am Steg des Gnevsdorfer Vorfluter, ein Wehr, ist Landdienstwechsel. Gerhard und ich versetzen die Autos nach Wittenberge. Die beiden Boote legen wieder ab. Vermutlich unbemerkt gleiten sie am Storchendorf Rühstedt vorbei. In einer großen links-rechts Schleifenkombination trägt sie der Fluss bis nach Wittenberge. Wir lassen die Navi für uns arbeiten und die ist beschäftigt uns einen Weg über Land nach Wittenberge auszurechnen. Sie schickt uns via Bad Wilsnack, über abenteuerliche Straßen zu unserer gesuchten Stelle, Sportboothafen. Dort können wir unsere Ruderkameraden "auflesen". Die Dörfer durch die wir uns bewegen - leergefegt und abweisend! Ich habe das Gefühl, dass sich hier seit der Wende nichts, aber auch gar nichts verändert hat. Wittenberge, wir haben noch gemütlich Zeit, um uns im Restaurant "Zum Fährmann" an Cappuccino und Eis zu laben, den Blick stets aufs Wasser gerichtet. Wittenberge, so kann man im Internet erfahren, wurde 1903 weltbekannt, als der amerikanische Singer-Konzern in der Stadt eine Produktionsstätte für Nähmaschinen eröffnete. Die DDR produzierte die Nähmaschinen unter dem Namen "Veritas" weiter. Nach der Wende musste das Werk 1991 geschlossen werden. Soviel zum Thema: Reisen bildet!
Und nun kommt Bewegung auf. Wir haben unsere beiden Boote gesichtet und eilen zur Anlegestelle. Routinemäßig läuft alles Weitere ab. Heute, am letzten Tag, mit Komfortwäsche, damit die Boote blitzeblank in Köln ins Regal geschoben werden können.

Wttenberge

Wischen, wischen

Zuviel verladen?

Nach getaner Arbeit finden wir uns ziemlich schnell beim "Fährmann" ein. Jetzt schmecken Bier und Co. besonders gut. Gaby kann durchatmen, ihre Organisation hat super geklappt - alles schön - alles fein. Herzlichen Dank dafür!!!

beim F├Ąhrmann

Den "sundowner" bestreitet diesmal Gerhard. Neuwasser! Der Begriff ist für mich neu! Aber man lernt ja nie aus. Auf unserer Fahrt nach Wittenberge entdeckt er einen Getränkemarkt. Viele Biersorten soll es hier geben - aber bestimmt kein Kölsch meint Gerhard - oder???? Natürlich, wir haben auch Kölsch - so kommt er zum Neuwassereinstandsgetränk.

Havelberg - Wittenberge

In Windeseile geht es zurück nach Havelberg. Zum "letzten Abendmahl" setzten wir uns im "Fontana" zusammen. Ein kleiner Fußmarsch dorthin - raus aus dem Wassersportgelände - rechts - links die romantisch beleuchtete Fontäne bewundern - dann links über die Brücke - und schon sind wir da. Gemütlich sitzen wir an langer Tafel und genießen die Köstlichkeiten aus der Küche. Dann geht es ab in die Betten - die letzte Nacht!

Abendstimmung

Samstag, 26. September 2015, es ist neblig und morgens ganz schön frisch - Herbst! Tagesziel: nach Hause kommen Neblig beginnt der Tag. Ein letztes Frühstück, eine letzte Umarmung und unsere Wege trennen sich.

Nebel ├╝ber Havelberg

Schön war es mit euch ein Stück der Havel und Elbe zu erkunden. 180 Kilometer gemeinsames Rudern. Herzlichen Dank für diese harmonische Tour - für die Organisation und deren Verwirklichung. Für Gerhards großzügige Bereitstellung seines Privatfahrzeuges um den Landdienst bestreiten zu können, für Kristinas Navi-Aufzeichnungen und für die "Steuerberatung" von Franz. Bleibt gesund und ich hoffe auf ein andermal!

Maht et joot!

 

 

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